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Wo stehen wir beim Tierwohl in der Rinderhaltung? – Das nationale Tierwohl-Monitoring (NaTiMon) soll Auskunft geben

Ein hohes Maß an Tierwohl ist eine der Anforderungen, die an eine moderne und zukunftsfähige Rinderhaltung gestellt wird.

Doch wie steht es um das Tierwohl in der deutschen Rindfleisch- und Milcherzeugung? Daten, die Rückschlüsse auf Teilaspekte des Tierwohls erlauben, wie z. B. durch die Milchleistungsprüfung oder Schlachttier- und Fleischuntersuchung, werden bereits erfasst. Jedoch fehlt derzeit noch eine systematische, bundesweite Auswertung dieser Informationen.

Hier soll zukünftig das Nationale Tierwohl-Monitoring, kurz „NaTiMon“, ansetzen, das sowohl Tierwohlaspekte in der Haltung, aber auch beim Transport und bei der Schlachtung berücksichtigt. Grundlage des Berichts bilden dabei regelmäßig erhobene management-, ressourcen- und tierbezogene Indikatoren.

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EIP-Agri – Rind-Projekte stellen sich vor

EIP–Agri - Europäischen Innovations-Partnerschaften für Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit

Das europäische Förderprogramm EIP-Agri hat es sich zum Ziel gesetzt, die Weiterentwicklung innovativer Ansätze in der Landwirtschaft zu fördern. Dabei zeichnet das Programm aus, dass aktuelle Fragestellung aus der Landwirtschaft durch den Zusammenschluss von Landwirten, Beratern, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft gemeinsam bearbeitet werden. EIP-Agri soll somit dazu beitragen die Vernetzung zwischen Landwirtschaft und Forschung zu verbessern.

Um eine Vernetzung untereinander zu schaffen, hat die Deutsche Vernetzungsstelle (DVS) zusammen mit dem Netzwerk Fokus Tierwohl ein Online-Vernetzungstreffen für EIP-Agri – Rind-Projekte organisiert. Hierbei stellten sich aktuell laufende, aber auch abgeschlossene EIP-Agri Projekte mit dem Fokus auf Kälber-, Milchvieh- und Rinderhaltung vor.

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Viertelselektives Trockenstellen - Antibiotikaeinsatz nachhaltig reduzieren

Empfehlungen aus der Wissenschaft und Erfahrungen aus der Praxis - Leitfaden aus der Projektphase »Wissen – Dialog – Praxis« der Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz veröffentlicht: Ziel des MinimA-Projektes war es, eine konsequent am Nachweis von Mastitiserregern orientierte Trockenstellbehandlung unter Praxisbedingungen zu erproben. Dazu haben deutschlandweit 16 Milchviehbetriebe das viertelselektive Trockenstellen in ihren Herden durchgeführt. Basierend auf den Erfahrungen und Anregungen der Projektbetriebe wurde dieser Handlungsleitfaden erstellt.

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Beschäftigungsmaterial für Kälber

Ein Überblick über unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten im Praxiseinsatz

Die in der Milchviehhaltung übliche mutterlose Aufzucht von Kälbern stellt aufgrund der besonderen Bedürfnisse der jungen Tiere hohe Anforderungen an das Management. Dabei gilt es nicht nur den Nährstoffbedarf der Kälber zu decken, sondern auch dem arteigenen Verhalten Rechnung zu tragen und die Bedürfnisse der Kälber zu befriedigen. 

Im Rahmen des MuD Tierschutz-Netzwerkes Demonstrationsbetriebe „Optimierung der Gruppenhaltung von Kälbern in Hinblick auf Vermeidung und Reduktion des gegenseitigen Besaugens“ wurde eine Broschüre für Landwirt:innen und Berater:innen sowie anderen Interessierten erstellt. Sie gibt einen Überblick über verschiedene Beschäftigungsmaterialien, anfallende Kosten sowie deren Tauglichkeit im Praxiseinsatz geben.

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Vernetzungstreffen der Wissens-Dialog-Praxis Projekte mit dem Netzwerk Fokus Tierwohl – Fokus Rind

Am 15. Juni 2021 fand ein erstes Treffen zwischen den Projekten der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz mit dem Schwerpunkt „Wissen-Dialog-Praxis“ und dem Netzwerk Fokus Tierwohl statt. Im Fokus stand hierbei das Kennenlernen sowie die Vernetzung zwischen den Projekten. Das Ziel jedes einzelnen Vorhabens ist der Wissenstransfer in die landwirtschaftliche Praxis. Gefördert werden die Projekte im Rahmen der Nutztierstrategie aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Den Auftakt der Vorstellung übernahm das Verbundprojekt „Netzwerk Fokus Tierwohl“ mit all seinen Teilprojekten. Anschließend folgten die aktuellen MuD-Vorhaben zu den Tierarten Schwein, Geflügel und Rind.

Am Nachmittag standen die Projekte mit Fokus Rind im Vordergrund. Hierbei machte das Projekt Verbesserung des Tierwohls bei Weidehaltung von Milchkühen den Anfang. Ziel des Projektes ist, bestehende Kennzahlen zu verfeinern und anzupassen sowie weitere Kennzahlen zur Beurteilung des Tierwohls auf der Weide zu entwickeln. Dies geschieht durch eine Status Quo-Erhebung, um anhand dieser Indikatoren und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Tierwohls zu entwickeln. Auf weiteren landwirtschaftlichen Betrieben werden diese Indikatoren und Handlungskonzepte angewendet und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit und Akzeptanz geprüft. Aufgrund diesen Erfahrungen wird ein Leitfaden erstellt, um für die konkrete Verbesserung des Tierwohls bei Weidehaltung beizutragen. Über verschiedene Wissenstransferveranstaltungen werden diese Ergebnisse an die Landwirte und Berater herangetragen .

Über das Thema Herdenschutz hat sich das Projekt Herdenschutz in der Weidehaltung viele Gedanken gemacht. Durch die Verbesserung des Herdenschutzes in der Weidehaltung sollen Wolfsübergriffe auf landwirtschaftliche Nutztiere besser vermieden werden. Hier steht nicht nur das Rind im Fokus, sondern alle landwirtschaftlichen Nutztiere mit Weidegang. Mit Hilfe von Demonstrationsbetrieben und in Kooperation mit amtlichen Beratungsinstitutionen werden Lösungsansätze an Weidetierhalter:innen von Landwirt:in zu Landwirt:in vermittelt. Der Austausch zwischen unerfahrenen Weidetierhaltern mit erfahrenen Haltern soll gefördert werden und steht daher als zentraler Baustein. Es sind Workshops, Schulungen und Tagungen geplant, um Weidetierhalter:innen bestmöglich zu unterstützen. Informationsmaterial und Anleitungen werden zudem öffentlich zur Verfügung gestellt.

Hinter der Abkürzung MinimA steht die nachhaltige Minimierung des Antibiotikaeinsatzes durch viertelselektive Trockenstellbehandlung bei Milchkühen. Damit beschäftigt sich das Thünen-Institut und stellte sein Projekt vor. Es verfolgt einen konsequent auf den Erregernachweis orientierten Ansatz, denn nur infizierte Euterviertel der Kuh werden antibiotisch trocken gestellt. Die anderen Viertel erhalten einen Zitzenversiegler, um Neuinfektionen zu vermindern. Diese Methode hat sich erfolgreich bei Versuchsbetrieben bewährt und soll jetzt in der Praxis erprobt werden. Die Projektbetriebe können in Workshops über ihre Erfahrungen berichten. Aufgrund des gegenseitigen Wissenstransfers und den Versuchsergebnissen wird ein Handlungsleitfaden erstellt, um Praktikern nach der Projektlaufzeit die Erfahrungen mitzuteilen.

Zu guter Letzt wurde das Projekt Verlängerung der Laktationsperiode und selektives Trockenstellen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes bei Milchkühen (VerLak) vorgestellt. Die Projektidee ist, dass durch eine Verlängerung der Laktationsdauer die Geburten pro Kuh und Betrieb sowie automatisch die Anzahl der Trockenstehperioden in der Gesamtnutzungsdauer der Kuh und deren Maßnahmen abnimmt. Kombiniert mit einem selektiven Trockenstellen bei optimalem Fütterungsmanagement der Tiere ist von einer Minimierung des Antibiotikaeinsatzes auszugehen. Ziel ist es, praktische Erfahrungen zu generieren, die Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren und die Erkenntnisse zu teilen. Der Fokus liegt somit beim Wissenstransfer und der Vernetzung der Landwirte. Entwickelte Tools und Entscheidungsbäume werden für die Praxis bereitgestellt.

Das Netzwerk Fokus Tierwohl stellt einen wichtigen Multiplikator für die „Wissen-Dialog-Praxis“-Projekte dar, da es vorhandenes Wissen aus dem Bereich Tierwohl zu sammelt, bündelt und aufbereitet. Eine direkte Vernetzung mit anderen Projekten ist daher sinnvoll und kann dem Erkenntnisgewinn anderer Projekte eine große Reichweite in die praktische Landwirtschaft ermöglichen. In den nächsten Projektjahren wird die Vernetzung immer weiter Fahrt aufnehmen und die gemeinsame Zusammenarbeit gestärkt.