Einstreu
Eine feuchte Einstreu kann sich aus mehreren Gründen negativ auf die Tiergesundheit auswirken. Sie bietet Keimen einen guten Nährboden und fördert das Auskühlen der Puten. Zudem begünstigt feuchte Einstreu (bei < 65 % TS) die Entstehung und Ausprägung von Fußballenveränderungen.
Ein hoher Feuchtegehalt fördert weiterhin die bakterielle Umsetzung überschüssigen Stickstoffs in den Exkrementen zu Ammoniak. Ammoniak kann ätzend auf Häute, beispielsweise am Fußballen, wirken und so zu Schäden führen. Zudem reizt Ammoniak die Schleimhäute des Atemtraktes, so dass das Risiko für Atemwegserkrankungen steigt. Ebenfalls steigt die Gefahr der Kokzidiose während der Aufzucht durch feuchte Einstreu. Weiterhin können auch andere Darmerkrankungen durch feuchte Einstreu begünstigt werden.
Aber auch in Hinblick auf das Tierverhalten ist die Einstreuqualität von Bedeutung. So sollte diese den Tieren das Ausführen von arteigenem Verhalten wie Staubbaden und Picken ermöglichen1. Fehlt diese Möglichkeit der Beschäftigung, kann das Risiko für das Auftreten von Feder- und Beschädigungspicken steigen. Der Vogel sieht einerseits durch Gefiederverschmutzungen und -beschädigungen anders aus als seine Artgenossen.
Andererseits fehlt mit einem beschädigten Federkleid der natürliche Hitze- / Kälteschutz, was zu Problemen bei der Temperaturregulierung führen kann.
Die Kontrolle der Einstreufeuchte sollte immer an mehreren Orten, d. h. in unterschiedlichen Funktionsbereichen (u. a. im Bereich der Futter- und Tränkelinie, Ruhebereich an mindestens 4 − 5 Punkten im Stall) durchgeführt werden. Besondere Relevanz hat das rechtzeitige Einbringen von frischer Einstreu je nach Bedarf (bedarfsgerechtes Nachstreuen), welches nicht an festgelegten Tagen, sondern vielmehr in Abhängigkeit von der Feuchte der Einstreu erfolgen sollte. Die Feuchte der Einstreu ist im Besonderen im Zusammenhang mit Impfungen, Phasenwechseln oder Salzgaben genau zu überwachen. Zu diesen Zeitpunkten kann ein vorbeugendes und länger anhaltendes tägliches Nachstreuen hilfreich zur Vermeidung von feuchter Einstreu sein. Dies kann insgesamt zu einer Reduktion der Einstreumenge über den gesamten Durchgang führen.
Kokzidiose
durch Einzeller der Gattung Eimeria verursachte Darmerkrankung. Betrifft meist junge Puten ab der 3.-6. LW, danach wurde eine Immunität aufgebaut. Kot wird flüssiger, Gefieder ist gesträubt, Haltung gekrümmt, Füße kalt
Locker und trocken (möglichst > 80 % TS) bis zum Ausstallungstag1, auch in kritischen Bereichen wie den Tränken
Abweichender Zustand
Feuchte Einstreu (Orientierungsbereich < 65 % TS)
Feuchte Stellen und Plattenbildung
Maßnahmen
Sehr nasses und verdichtetes Kot-Einstreumaterial aus dem Stall entfernen (Aufzucht)
Im Vorfeld ein saugfähiges Einstreumaterial auswählen
Bei Auftreten von feuchter Einstreu ausreichend nachstreuen, oder bei Plattenbildung ggf. fräsen (dabei unbedingt auf ausreichende Stallbelüftung bezügl. Staub und Ammoniak achten)
Ggf. das Einstreumaterial durcharbeiten damit dieses schneller abtrocknet
Ursache für die Entstehung der feuchten Einstreu ermitteln (siehe auch Abb. 5) u. a.:
Muss die Einstellung der Lüftung angepasst werden?
Gibt es Hinweise für ein Problem mit der Darmgesundheit15?
Stimmt die Futterzusammensetzung?
Tränken auf Funktionsfähigkeit kontrollieren
Die Höhe der Tränken, den Wasserdruck und die Wasserstandhöhe überprüfen7
Kontrollieren, ob Tiere bereits Fußballenveränderungen aufweisen
Bei Erwartung feuchter Exkremente bei hoher Wasseraufnahme (zum Beispiel bei Salzgabe, Phasen P2 bis P4, insbesondere bei Phasenwechsel, Impfmaßnahmen oder Vitamin C) sollte frühzeitig und mehrere Tage hintereinander frisch nachgestreut werden