Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Tierverluste

Zur Überwachung der Gesundheit und Leistung der Herde(n) müssen Aufzeichnungen bezüglich der täglichen Tierverluste einschließlich der verendeten und gemerzten Tiere, sowie die zugrunde liegenden Ursachen täglich erfasst und dokumentiert werden (§ 4 (2) TierSchNutztV). Bei Bestandsgrößen über 100 Tieren besteht bei Verlusten von über 2 % des Bestandes innerhalb von 24 Stunden die Verpflichtung zur tierärztlichen Untersuchung zum Ausschluss der Aviären Influenza (AI) nach § 4 (1) GeflPestSchV. Im Rahmen des risikoorientierten Bestandsmanagements sollte der Tierhalter / die Tierhalterin bei plötzlich erhöhten Verlusten grundsätzlich den bestandsbetreuenden Tierarzt / die Tierärztin hinzuziehen, um die Herde untersuchen zu lassen.

Soll-Zustand

Je nach Alter und Geschlecht der Tiere gibt es unterschiedlich hohe Bereiche der Mortalitätsraten die im Orientierungsbereich liegen. Auch die Jahreszeit, die Genetik, das Geschlecht und die Haltungsform, sowie Beutegreifer im Freiland beeinflussen die Verlustraten.
 

Tabelle 1 gibt einen Überblick über Orientierungswerte der Gesamtmortalität.

 Aufzucht Mortalität LW 1 - 5Mast LW 6 – 16 / 21
Hahn 1,5 % - 2,5 %6 % - 9 %
Henne 1,5 % - 2,5 %2 % - 3 %

Tabelle 1:  Orientierungsbereich der Mortalität bei Hahn und Henne getrennt nach Aufzucht und Mast.

Abweichender Zustand

Sind erhöhte Mortalitätsraten feststellbar, richtet sich der Schwerpunkt auf das Ergründen der Ursachen. Ob die Herdenmortalität über dem üblichen Niveau liegt, kann durch Aufzeichnungen und regelmäßige Auswertungen schnell erfasst werden. 

Maßnahmen

Bei erhöhten Tierverlusten sollten folgende Faktoren kontrolliert und unmittelbar behoben werden: 

  • Technikausfall: gibt es Ausfälle in den Tränke-/Fütterungsvorrichtungen, der Lüftung/Heizung, oder Störungen im Lichtprogramm

  • Tierseuche: zeigen die Tiere Krankheitssymptome muss unmittelbar ein Tierarzt / eine Tierärztin hinzugezogen werden. Zur Optimierung des Hygienekonzepts, und damit einer Minimierung des Seuchenrisikos, siehe Biosicherheitskonzept der Tierseuchenkasse Niedersachsen13

  • Ausschluss von Erkrankungen (Bestandsproblem)

  • Beutegreifer bei Freilandhaltung: besonders bei Jungtieren können teilweise hohe Tierverluste durch Beutegreifer entstehen. Unterstände und möglicherweise Begrünung des Auslaufs bieten den Tieren Schutz

  • Unfälle, z.B. beim Umtreiben zwischen Aufzucht und Mast oder durch Unfälle in der Anlage

  • Panik: Durch ungewohnte Geräusche und Situationen, z. B. bei Anlieferungen in der Nacht oder Scheinwerferlicht im Stall, kann es zu Panik unter den Tieren kommen und infolgedessen zu Haufenbildung und Tierverlusten durch Erdrücken

Hinweis: Es wird empfohlen, dass bei ungewöhnlich hohen Tierverlusten, auch nicht seuchenrelevant, unverzüglich eine Meldung ans zuständige Veterinäramt durch den Tierhalter / die Tierhalterin erfolgt.