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Fliegen, Gnitzen und Kriebelmücken bei Rindern

Stand: Mai 2026

  • Dr. Rebecca Simon, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
  • Saskia Markmann, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
  • Leonie Schnecker, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit nimmt auch die Aktivität von Insekten wieder deutlich zu. Fliegen, Gnitzen und weitere Arten finden nun zunehmend günstige Bedingungen für ihre Vermehrung. In der Rinderhaltung können steigende Populationszahlen zu Problemen wie Stress und Unruhe bei den Tieren sowie zur Übertragung von Krankheitserregern führen. Diese Entwicklung wird durch den Klimawandel verstärkt, da steigende Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit ihre Reproduktion sowie ihre räumliche Ausbreitung nachhaltig begünstigen.

Insbesondere die Blauzungenkrankheit, die durch Gnitzen übertragen wird, steht seit ihrer erneuten Ausbreitung in Deutschland verstärkt im Fokus und hat die Bedeutung eines wirksamen Insektenmanagements erneut deutlich gemacht. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Insektenvorkommen in der Rinderhaltung und der Übertragung von Krankheitserregern zunehmend an Bedeutung, um geeignete Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können.

Ein Poster-Set des Tierwohl-Kompetenzzentrums Rind informiert anschaulich über die Entwicklung und Verbreitung von Fliegen, Gnitzen und Kriebelmücken. Zudem werden Übertragungswege von Krankheiten erläutert sowie praxisnahe Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung vorgestellt. 

Fliegen im Stall und auf der Weide – mehr als nur lästig

Fliegen gehören im Stall und auf der Weide zum Alltag – doch ihre Bedeutung wird häufig unterschätzt. Verschiedene Fliegenarten wie Stubenfliege, Wadenstecher oder Stall- und Gesichtsfliege können Krankheitserreger nicht nur mechanisch über Körperkontakt weitertragen, sondern teils auch biologisch über Stiche übertragen. Die Folgen reichen von Unruhe und Stress in der Herde bis hin zu konkreten Erkrankungen wie Augenerkrankungen (z. B. „Pink Eye“) oder Euterentzündungen.

Damit konsequentes Fliegenmanagement einen direkten Beitrag zu Tierwohl, Gesundheit und Leistung leisten kann, gibt dieses Poster einen kompakten Überblick über wichtige Fliegenarten, ihre Entwicklung und Verbreitung, mögliche Übertragungswege sowie praxisnahe Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung. Im Fokus stehen wirksames Hygienemanagement, die Reduktion von Brutplätzen sowie der gezielte Einsatz physikalischer, biologischer und chemischer Verfahren.

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Gnitzen & Kriebelmücken – kleine Plagegeister, große Auswirkung

Gnitzen und Kriebelmücken sind klein und oft schwer zu bemerken – ihre Auswirkungen auf Tiergesundheit und Tierwohl können jedoch erheblich sein. Als blutsaugende Insekten verursachen sie schmerzhafte Stiche, lösen Abwehrreaktionen, Unruhe und Stress in der Herde aus und können in Einzelfällen starke Schwellungen oder allergische Reaktionen begünstigen. Vor allem aber spielen sie als Überträger von Krankheitserregern eine wichtige Rolle: Gnitzen gelten unter anderem als Vektoren der Blauzungenkrankheit (BTV) und können weitere Arboviren übertragen; Kriebelmücken können ebenfalls Krankheitserreger und Parasiten verbreiten.

Um Belastungen für die Rinder zu reduzieren und das Risiko von Infektionen wirksam zu senken, zeigt dieses Poster kompakt, wie sich Gnitzen und Kriebelmücken entwickeln und verbreiten, wann mit erhöhtem Auftreten zu rechnen ist und welche Übertragungswege relevant sind. Außerdem werden praxisnahe Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung vorgestellt – von baulich-physikalischem Schutz über Hygiene- und Brutplatzmanagement bis hin zu ergänzenden Maßnahmen wie Impfungen (z. B. gegen BTV).

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