Masthähnchenstall neu gebaut: Optionen für Haltungsform 2 und 3
Ob Neubau oder Umrüstung eines bestehenden Stalls mit Außenklimabereich, der Betrieb von Johannes Schulte‑Eißing zeigt, wie sich die Anforderungen der Haltungsformen 2 und 3 praxisnah umsetzen lassen. Das Netzwerk Fokus Tierwohl besuchte den Masthähnchenbetrieb von Johannes Schulte‑Eißing im nördlichen Emsland. Der neu errichtete Stall bietet Platz für bis zu 30.000 Tiere in Haltungsform 2 oder 25.000 Tiere in Haltungsform 3 im „Privathof“-Programm von Wiesenhof. Ergänzt wird die Stallgrundfläche durch einen Außenklimabereich. Je nach Label und Land wird der Außenklimaberiech mit angerechnet (z. B. bei deutschen nicht, bei niederländischen Labeln schon). Damit steht der Betrieb beispielhaft für eine flexible Lösung, die Tierwohl und betriebliche Anforderungen miteinander verbindet.
Im aktuellen, vierten, Durchgang werden wie bisher auch Tiere der Haltungsform 3 gehalten. Zum Einsatz kommen langsam wachsende Herkünfte, wie Ross Ranger und Hubbard, die sich durch eine höhere Aktivität und Mobilität auszeichnen. Beschäftigungsmaterialien im Stallinneren sind Strohballen, Sitzstangen und Picksteine, welche im aktuellen Programm gefordert werden. Sowohl der Stall als auch der Außenklimabereich sind mit Strohgranulat eingestreut. Der Außenklimabereich ist nur mit Strohballen zur Beschäftigung ausgestattet und wird von den Tieren gut angenommen.
Für eine stabile Darmgesundheit werden dem Tränkewasser Zusatzstoffe beigefügt. Während des Durchgangs werden die Wasserleitungen mit einem chlorhaltigen, für das Tier unschädlichen, Reinigungsmittel gespült. Zwischen den Durchgängen werden die Wasserleitungen erst mit einer Lauge und anschließend mit einer Säure gespült. Diese Maßnahmen haben einen positiven Effekt auf die Fußballengesundheit durch eine trockenere Einstreu.
Im Interview berichtet der Landwirt Johannes Schulte‑Eißing von seinen bisherigen Erfahrungen mit dem Neubau und dem Haltungskonzept und gibt dabei einen praxisnahen Einblick in den Stallalltag.