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Grenzüberschreitende Einblicke: Die Impulsbetriebe Schwein auf Studienreise in Dänemark

Im November begaben sich die Impulsbetriebe Schwein des Netzwerks Fokus Tierwohl auf eine Studienreise nach Schleswig-Holstein und Dänemark. Ziel war es, vielfältige Einblicke in die Schweinehaltung, die Schweinezucht sowie die landwirtschaftliche Forschung in Dänemark zu gewinnen. Den Abschluss der Reise bildete der Besuch bei einem Impulsbetrieb.

Besuch beim dänischen Unternehmen DTL

Nachdem sich alle Teilnehmenden am Morgen des 17. November in der Nähe von Hamburg getroffen hatten, machten sich die Betriebe gemeinsam auf den Weg nach Dänemark. Der erste Programmpunkt war der Besuch des Unternehmens DTL.

Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in das Unternehmen sowie in die dänischen Standards der Biosicherheit. Dabei wurde anschaulich dargestellt, wie der Ablauf zur Vermeidung von Tierkrankheiten in Dänemark organisiert ist – von der Verladung und dem Transport der Tiere über die Meldepflichten an nationale Datenbanken bis hin zur gründlichen Reinigung und Kontrolle der Fahrzeuge. Auch der Datenfluss zwischen landwirtschaftlichem Betrieb und DTL wurde erläutert. Dazu gehören unter anderem die Dokumentation einzelner Transportvorgänge, die Inspektion der Fahrzeuge sowie die Reinigungs- und Desinfektionskontrolle.

Im Anschluss hatte die Gruppe die Möglichkeit, die LKW-Waschanlage zu besichtigen und einen detaillierten Einblick in den Reinigungsprozess zu erhalten. Abgerundet wurde der Besuch durch einen spannenden Vortrag zur Schweinevermarktung und zum Export. Hierbei wurden unter anderem Exportmärkte wie Polen, Spanien und Deutschland näher beleuchtet.

Besuch bei der Danish Pig Academy 

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Danish Pig Academy – einem Zusammenschluss dänischer Unternehmen, die Technik und Dienstleistungen für die Schweineproduktion entwickeln. Die Gruppe erhielt zunächst mehrere Impulsvorträge, unter anderem zu Hendrix Genetics, zu einem lebensrettenden Ergänzungsmittel für neugeborene Ferkel sowie zu innovativen Möglichkeiten der Buchtenstrukturierung. Die Vorträge boten zahlreiche Denkanstöße und führten zu lebhaften Diskussionen innerhalb der Gruppe. Im Anschluss ging es in den Showroom– ein beeindruckender Ausstellungsbereich, in dem die beteiligten Unternehmen ihre Produkte, Stalleinrichtungen, Lüftungs- und Fütterungssysteme sowie digitale Lösungen präsentieren. Die Betriebe konnten hier Fragen stellen und neue technische Ansätze direkt an praktischen Modellen kennenlernen. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich intensiv mit den ausgestellten Innovationen auseinanderzusetzen und Ideen für ihre eigenen Betriebe mitzunehmen. Der Tag endete mit einer Stadtführung durch Aarhus, bei der die Gruppe die kulturelle Seite Dänemarks kennenlernen und die Eindrücke des Tages in entspannter Atmosphäre reflektieren konnte.

Besuch bei DCA - Nationales Zentrum für Ernährung und Landwirtschaft und, dem Interessensverband dänischer Schweinehalter und dem dänischen Schweinezuchtverband DanBred

Am dritten Exkursionstag besuchte die Gruppe das National Centre for Food and Agriculture (DCA) von der Universität Aarhus.

Erste Station war die Bioraffinerie, in der die Technik zur Proteinextraktion aus grüner Biomasse vorgestellt wurde. Dabei wurden Potenziale, Perspektiven und Herausforderungen der Technologie diskutiert. Anschließend ging es weiter zum Danish Cattle Research Centre. Hier standen die Klimawirkungen der Milchproduktion und neue Forschungsansätze zur Reduktion der Methanemissionen im Mittelpunkt. Besonders interessant war der folgende Besuch der ökologischen Schweineforschungsanlage, wo die Teilnehmenden praktische Einblicke in Projekte zur Sauenhaltung im Freiland und dem Phosphorhaushalt erhielten.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause waren die Betriebe bei dem Interessenverband der dänischen Schweinehalter sowie den dänischen Zuchtverband DanBred zu Besuch. In intensiven Gesprächen wurde deutlich, dass ein zentraler Schwerpunkt vieler Betriebe, Forschungseinrichtungen, Verbände und der Politik die Reduktion der CO₂-Emissionen in der Schweineproduktion ist. Nach einem ereignisreichen Tag voller Eindrücke ging es zurück über die Grenze nach Deutschland.

Besuch bei dem Impulsbetrieb Jörg Struve (Schleswig-Holstein)

Am letzten Exkursionstag waren alle bei dem Impulsbetrieb Jörg Struve in Schleswig-Holstein zu Gast. Der Betrieb arbeitet an mehreren Standorten in einem vollständig geschlossenen System. Mit dem neu errichteten Strohstall möchte die Familie Struve schrittweise neue Maßstäbe im Tierwohl setzen und gleichzeitig klimaschonend, ökoeffizient, kooperativ und regional wirtschaften.

Fazit

Die Exkursion bot äußerst wertvolle und vielfältige Einblicke in die dänische Schweinehaltung.
Der Austausch innerhalb der Gruppe trug wesentlich zum Erfolg der Reise bei. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Ideen zu diskutieren und Impulse für die eigene Betriebsführung mitzunehmen. Auch der Besuch des deutschen Impulsbetriebs zum Abschluss verdeutlichte, welche Wege Betriebe bereits heute einschlagen, um Tierwohl und Nachhaltigkeit weiter voranzubringen.

Insgesamt war die Studienreise eine wertvolle Bereicherung – fachlich wie persönlich – und hat das Netzwerk weiter gestärkt. Wir blicken motiviert auf kommende Treffen-dann wieder im gewohnten Rahmen eines Netzwerktreffens. Vielen Dank an alle Teilnehmenden, die zum Erfolg dieser Reise beigetragen haben.

Autorin: Paulina Kluger, FiBL Deutschland e.V.