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Großbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern im Fokus

Am 24. und 25. Februar 2026 trafen sich 24 Teilnehmende zum Netzwerktreffen der Impulsbetriebe Rind im Netzwerk Fokus Tierwohl auf dem größten Impulsbetrieb des Netzwerks, dem Hof Karp in Mecklenburg-Vorpommern. 

Nach einer herzlichen Begrüßung und einer kleinen Stärkung stellte Betriebsleiter Christian Karp den über 1.600 Milchkühe umfassenden Betrieb vor, zu dem auch eine eigene Landmolkerei in Hagenow gehört. Im Anschluss präsentierte Dr. Deise Knob von der JustusLiebig-Universität Gießen aktuelle Ergebnisse aus dem Projekt „Green Dairy“. Sie verglich die Klimabilanzen zweier ökologisch geführter Testherden, die jeweils mit Weidegang entweder intensiv oder extensiv gefüttert wurden. In der anschließenden Diskussion wurde die Rolle der Rinderhaltung bei der Verwertung von Grünland sowie die Klimarelevanz der Milchkuh beleuchtet. Einigkeit bestand darin, die vielfältigen Nachhaltigkeitsaspekte bei einem der kommenden Netzwerktreffen vertieft aufzugreifen.

Mit großer Spannung erwarteten die Teilnehmenden die anschließende Hofführung. Gemeinsam mit seinem Herdenmanager führte Christian Karp die Gruppe vom Kälberbereich bis zu zwei neu entstehenden Stallanlagen. Besonders beeindruckend waren die logistischen Leistungen, die für die Versorgung einer solch großen Tierzahl erbracht werden müssen. Die Futterrationen für alle Tiere bestehen nahezu vollständig aus betriebseigenen Komponenten, und durch die angeschlossene Biogasanlage wird eine konsequente Kreislaufwirtschaft umgesetzt. Am Abend reiste die Gruppe weiter nach Wismar, wo der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in entspannter Atmosphäre ausklang und Raum für intensiven fachlichen Austausch bot. 

Der zweite Veranstaltungstag führte zur ADAP Rinderzucht GmbH nach Ahrenshagen. Betriebsleiterin Christine Schulz stellte den Zuchtbetrieb mit rund 800 Milchkühen vor. Ziel ist die Zucht langlebiger Kühe mit einem hohen Anteil an A2-Milch. Entsprechend großen Stellenwert hat ein optimaler Start in der Aufzucht, unter anderem durch Sommerweidegang für die Jungrinder. Bei der Besichtigung der Kälber- und Jungviehbereiche konnten sich die Teilnehmenden hiervon persönlich überzeugen. Auch in der Öffentlichkeitsarbeit ist der Betrieb engagiert und bietet regelmäßig Führungen für Kita- und Schulgruppen an. Den fachlichen Abschluss gestaltete Prof. Dr. Gudrun Plesch mit einem Überblick zu aktuellen Erkenntnissen zur Eingliederung von Jungrindern in den Milchviehstall. Nach zwei intensiven Tagen voller Eindrücke klang das Treffen bei betriebseigenem Käse und Produkten der kleinen Wagyuherde der ADAP Rinderzucht GmbH aus. 

Mit zahlreichen Themenvorschlägen rund um Tierwohl und Nachhaltigkeit sowie dem ausdrücklichen Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen verabschiedeten sich die Teilnehmenden – und gaben dem Organisationsteam wertvolle Impulse für die Planung des nächsten Netzwerktreffens mit auf den Weg. 

Autorin: Anne Zinkowski, FiBl Deutschland e.V.