Kälbergesundheit, Gruppenhaltung und Kompostierungsstall - Treffen der Impulsbetriebe Rind
Die Impulsbetriebe Rind trafen sich am 2. und 3. Juni zum zweiten Netzwerktreffen 2026 im Bayerischen Wald. Im gewohnten Format nutzten die 16 Teilnehmenden die Gelegenheit, neue Einblicke zu bekommen, zu diskutieren und Anregungen für die eigenen Betriebe mitzunehmen. Auf dem Hof der Familie Frankenberger in Aufhausen bei Bad Füssing startete das Treffen mit einem Input von Dr. Ingrid Lorenz (TGD Bayern) zum Thema Kälbergesundheit. Den Fokus legte sie dabei und Fütterung und Haltung in den ersten Lebensstunden und -tagen. Bei der anschließenden Betriebsbesichtigung wurde der Bogen gespannt zur praktizierten Gruppenhaltung der Kälber ab dem ersten Tag. Eine weitere Besonderheit des Betriebes besteht in den Stallbauten des Betriebes, die über die Jahre in Eigenleistung und ausschließlich aus Betriebskapital realisiert wurden. Derzeit bauen Vater und Sohn einen neuen Kälberstall.
Am zweiten Tag ging es weiter, dabei stellte Familie Grubmüller in Schöllnach ihr gleichermaßen spannendes und individuelles Betriebskonzept vor: zwei Standbeine aus Milchviehhaltung und Forstwirtschaft werden hier verbunden. Die Holzreste dienen als Einstreu in einem Kompostierungsstall ohne klassische Liegeboxen, das durch zweimal tägliches Grubbern und intervallmäßiges Einstreuen sauber gehalten wird. Abschließend lieferte Gudrun Plesch einen fachlichen Impuls zur Bedeutung des Begriffes Tierwohl und regte die Praktiker dazu an, die eigenen Vorstellungen von Tierwohl zu teilen und zu reflektieren.
Die Stimmung war vertraut und konstruktiv; zum ersten Mal Teilnehmende brachten frische Perspektiven und die Vernetzung untereinander war für alle Teilnehmenden bereichernd. Insgesamt entstand ein lebendiger, praxisorientierter Austausch.
Autorin: Paulina Kluger, FiBL Deutschland e.V.