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Netzwerktreffen der Impulsbetriebe Rind

Mitte Oktober 2022 gab es nach langer Zeit endlich ein Präsenztreffen der Impulsbetriebe. Bis dato gab es immer nur virtuelle Treffen in kleinen Gruppen. Eine kleine, feine Runde engagierter Teilnehmender war es diesmal auch, aber sie traf sich physisch zum Austausch.

Nach dem ersten Kennenlernen wurde gemeinsam der Impulsbetrieb Naturlandhof Loipfierer in Kirchdorf bei Mühldorf besichtigt. Der Milchviehbetrieb gehörte zum MuD-Tierschutz Vorhaben „Optimierte Kälberhaltung“ und konnte speziell im Kälberbereich, insbesondere in der ammengebunden Aufzucht,  einige interessante Aspekte und Neuerungen zeigen. Betriebsleiter Leo Haslberger gab detaillierte Einblicke in die Abläufe und erläuterte betriebsspezifische Besonderheiten wie saisonale Abkalbung, Kurzrasenweide und ein Melksystem nach neuseeländischem Vorbild.

Nach einem leckeren Abendessen im Gasthof wurden den Impulsbetrieben nochmal aktuelle Informationen zur Netzwerkarbeit (z.B. dem Expertenbeirat Rind, den AG´s und ihrem Output) und den Planungen für Treffen und Veranstaltungen präsentiert. Danach waren nochmal Ideenreichtum und Kreativität der Beteiligten gefragt: Die Impulsbetriebe sollten überlegen, welche Funktionen und Vorteile, aber auch welche Aufgabe zukünftig mit der Teilnahme am Projekt „Netzwerk Fokus Tierwohl“ einhergehen sollen.  

Am nächsten Tag ging es zum Kälber- und Jungrindertag der LfL, einer Tagung des Netzwerks Fokus Tierwohl, dass von Landwirten, Auszubildenden sowie Vertretern der Stallbauindustrie besucht wurde. Hier wurden am Vormittag verschiedene Aspekte und Einflüsse der Haltung von Kälbern von Wissenschaftler präsentiert, sowie die betriebsindividuelle Lösungen zweier Praxisbetriebe (u.a. von Impulsbetrieb Renz) vorgestellt. Anschließend bestand die Möglichkeiten in der Baulehrschau mit verschiedenen Ausstellern rund um Kälberhaltung und -technik ins Gespräch zu kommen.

Für die Impulsbetriebe folgte noch eine eigene Führung über den LfL-eigenen Versuchsbetrieb Grub, die Einblick sowohl in den Kuh-, Jungrinder- und Kälberstall als auch in den Versuchsstall für die Bullenmast gewährte.

Das Treffen machte deutlich: Die Arbeit der Impulsbetriebe im Netzwerk Fokus Tierwohl ist insofern besonders relevant, da hier die Möglichkeit besteht, der Praxis eine Stimme zu verleihen, die auch in unterschiedlichsten Kreisen vernommen wird. Alle bekräftigten die Funktion der Impulsbetriebe. Sie sollte weiterhin genutzt und gestärkt werden, um die Bedeutung der landwirtschaftlichen Praxis im Fokus zu behalten.

Autorin: Gudrun Plesch, FiBL Deutschland e.V.